Stellungnahme zum Konzert im Rahmen des Festival Contre Le Racisme

Das alljährliche Konzert im Rahmen des “festival contre le racisme” wurde auch in diesem Jahr wieder von einer buntgemischten Gruppe von Leuten geplant und organisiert – darunter auch wenige AStA-Mitglieder. Die Planung lief gut an. Infrage kommenden Bands wurden diskutiert und per Plenumsbeschluss ausgewählt, verschiedene Örtlichkeiten als Veranstaltungsort in Betracht gezogen, etc.

Probleme traten erst auf als profilierungswütige Elemente aus dem antideutschen Umfeld erfuhren, dass “Holger Burner“, ein antifaschistischer Rapper aus Hamburg, auf dem Festival auftreten sollte.

Stark vereinfacht wird “Holger Burner” vorgeworfen, dass er verkürzte, antiemanzipatorische Kapitalismuskritik äußere, weshalb es Pflicht sei, ihn per se abzulehnen (und in einige Fällen sogar als antisemitisch zu verteufeln). Durch Personen, die diese doch mehr als fragwürdige Position vertreten, wurde daraufhin Druck auf einzelne Leute aus dem Organisations-Team ausgeübt. Dies erfolgte in Form kurzer „Gespräche“, in denen auch darauf hingewiesen wurde, dass es zu „Beschädigungen“ oder „Angriffen“ durch gewaltbereite Randalierer (teils aus anderen Städten) kommen könne, sollte an einem Auftritt “Holger Burners” festgehalten werden.

Aufgrund dieser „Warnungen“ (die Darstellung als „Drohung“ wurde als Verleumdung unter Androhung rechtlicher Schritte untersagt) beschloss der rot-grüne AStA auf einer Sitzung des AStA-Rates, das „Risiko“ einer etwaigen Störung durch gewaltbereite Randalierer nicht tragen zu wollen und der Orga -Gruppe die finanzielle und strukturelle Unterstützung zu streichen, sollte “Holger Burner” auftreten. Warum der AStA dies auf einer Sitzung beschließen kann, ist dabei nicht nachzuvollziehen: Die Gelder, die die Gruppe zur Planung zur Verfügung gestellt wurden, wurden vom StuPa (nebenbei bemerkt: dem höchsten Gremium der Verfassten Studierendenschaft an der Universität; der AStA ist nur das ausführende Organ) bewilligt. Ebenso unerklärlich ist die Tatsache, dass diffuse „Warnungen“ vor Eskalationen durch Menschen, die nicht einmal bereit sind, ihre Position im Vorfeld friedlich dazulegen, genügen, um den AStA zu diesem Schritt zu bewegen.

Der dem AStA vorsitzende Juso betonte deutlich,dass ihn der politische Aspekt der Situation nicht im Geringsten interessiere und es ihm schlicht um seine persönliche Verantwortung bei der ganzen Sache ginge; im Klartext: Hauptsache, sich als Financier einen Namen machen, auch wenn die Message des Festivals dabei auf der Strecke bleibt.

Verantworten müsste den Künstler nebst höchst unwahrscheinlicher Gegenveranstaltungen jedoch nicht der AStA-Vorsitzende, sondern die Orga -Gruppe, die mit der Buchung des Künstlers völlig einverstanden war.

Nach dem Aufschrei der selbsternannten Sittenpolizei wurde die Aussprache mit der Orga -Gruppe schlicht nicht gesucht, sondern es wurde direkt beschlossen, Holger Burner NICHT auftreten zu lassen; bis auf eine Einzelperson trat auch nie jemand an das Orga Team heran, um dieses über das Umkippen des AStAs zu informieren.

So vor vollendete Tatsachen gestellt und ohne eine Chance auf eine sachliche und ruhige Diskussion über die infamen Vorwürfe trat die Hälfte des Teams ( alle beteiligten SDS- Mitglieder, sowie die Mitglieder des FSR ISPA/BASA, die das Konzert in den letzten Jahren durchgehend mitorganisierten) zurück und verließ nach dieser feigen Entscheidung eines erpressbaren AStAs die Orga-Gruppe.

Zurück blieben drei Personen, um das Konzert nun zu planen – in drei Wochen und mit zwei verbliebenen Bands.

Diese Farce macht einiges deutlich

Zum einen ermöglicht sie einen sehr interessanten Einblick in die Denk- und Arbeitsweise antideutscher Kreise, die die Schwerpunkte linker Arbeit offenbar auf einen Grabenkampf gegen die restliche Linke und nicht etwa auf den Kampf gegen rechts legen.

Zum anderen wird offensichtlich, dass die Vertreter der Juso-Hochschulgruppe und Uni:Grün offenbar nicht fähig sind, sich mit unhaltbaren Vorwürfen gegen überzeugte Antifaschisten sachgerecht auseinanderzusetzen. Nicht nur, dass die gewählten Abgeordneten der Studierendenschaft sofort nach diffusen„Warnungen“ einknicken und sich erpressbar machen, nein, auch die Autonomie von Arbeitskreisen wie dem Orga -Team ist wohl nur solange gewährt, als deren Entscheidungen ganz im Sinne der Politik des AStAs sind. Wegducken statt Geradestehen.

Wir vom SDS- Die Linke Siegen bedauern den Verlauf dieser Angelegenheit sehr und erklären uns mit dem nun ausgeladenen Künstler, Holger Burner, solidarisch.

„Jeder und jede kann sehen, wie die Wirklichkeit aussieht
War es irgendwann mal anders? Eigentlich nicht
Deswegen frage ich dich, auf welcher Seite du bist .“

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