66. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus – Danken und Gedenken

Foto: Jewgeni Chaldej Quelle: http://www.photography-collection.com/exhibitions/jewgenij-chaldej-a-retrospective/

Der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband.DIE LINKE an der Universität Siegen dankt anlässlich der 66. Wiederkehr des 8. Mai 1945, dem Tag der Befreiung vom Faschismus und des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, stellvertretend für alle Menschen, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter Einsatz ihrer Freiheit und ihres Lebens dem Faschismus, also dem “Regime des Verbrechens” (Joachim Petzold) entgegengestellt haben:
- den Kommunisten, die 1932 richtig warnten: “Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler. Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!” und sich in der Folge als aktivste aller Widerstandsgruppen unter großen Opfern Terror und Krieg widersetzten, denn: nahezu alle der damals ungefähr 300.000 Mitglieder der KPD beteiligten sich “an irgendeiner Form von illegaler politischer Arbeit” gegen das Nazi-Regime (Allan Merson: Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland, Bonn 1999, S. 101) – beispielhaft für das Siegerland sei an die Namen Walter Krämer und Hermann Danz erinnert;
- den Kämpfern der Internationalen Brigaden zur Verteidigung der spanischen Republik, die sich in den Jahren 1936 bis 1939 den vom deutschen und italienischen Imperialismus unterstützten Franco-Putschisten entgegenstellten, während die selbsternannte “freie Welt” den Vormarsch des Faschismus als antisozialistisches Bollwerk gewähren ließ;
- denjenigen, wenigen Soldaten in den faschistischen Armeen des Zweiten Weltkrieges, die nicht mitgemacht haben, sondern desertierten und/oder zu den Streitkräften der Anti-Hitler-Koalition überliefen oder diese anderweitig unterstützten. Ein kämpferischer Gruß geht daher nach Frankfurt/Main an den Genossen Hans Heisel, der im Paris der frühen 1940er Jahre den Kämpfern der französischen Résistance half;
- schließlich, aber zuvorderst allen Soldaten der Streitkräfte der Anti-Hitler-Koalition, den nationalen Befreiungsorganisationen und den Partisanenverbänden in den okkupierten Ländern, die dem Hitlerfaschismus (wie Ernst Thälmann vorausgesagt hatte) am 8. Mai 1945 das Genick brachen. Sie waren, sind und bleiben Befreier.
Wir gedenken den Millionen, die den 8. Mai 1945 infolge der verbrecherischen Politik des Faschismus, die auf direktem Wege in den Krieg und den Völkermord führten, nicht miterleben durften. “Es gibt keine schärfere Anklage der von Kapitalinteressen dominierten deutschen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts als Auschwitz” (Kurt Pätzold: Herausforderung “Auschwitz”, in: junge Welt, 27.01.2010, S. 10).
In diesem Sinne ist es auch heute weiterhin die Aufgabe der Sozialisten die Brechtsche Mahnung konsequent ernst zu nehmen, die die Menschheit warnt: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das einst kroch.

Einen Kommentar schreiben

Security Code: