In Gedenken an Hans Heisel (1922-2012)

Ein Wintertag Anfang des Jahres 2011; in der Gießener Kongreßhalle spricht der Widerstandskämpfer Hans Heisel: Arbeiterjunge aus Leverkusen geboren im 22er Jahr - als Soldat der Nazi-Wehrmacht in Paris – seit Anfang der 1940er Jahre für die Résistance zur Befreiung Frankreichs aktiv u.a. in der Beschaffung von Informationen und Waffen für die Antifaschisten - Mitglied der Kommunistischen Partei - nach dem Krieg aktiv gegen Remilitarisierung - unter Adenauer zu 15 Monaten Haft wegen Verstoßes gegen das 1956er KPD-Verbot verurteilt – 1994 auf Druck des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl gemeinsam mit anderen deutschen Antifaschisten von den Feierlichkeiten anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung von Paris ausgeladen.

Diese Stichworte lassen die Größe seiner beeindruckenden Persönlichkeit und seiner Taten nur erahnen und sollen zugleich die Schwierigkeit zeigen, ein Leben wie das von Genosse Heisel adäquat zu beschreiben. Der deutsch-französische Sender “arte” hat mit seiner Dokumentationsreihe “Schattenkampf” auch dem Anteil Hans Heisels an der Befreiung Europas vom Hitlerfaschismus ein filmisches Denkmal gesetzt. Am vergangenen Donnerstag, den 12. Juli 2012, ist Genosse Hans Heisel in Frankfurt/Main verstorben. Das Wissen um sein Leben erfüllt uns mit der Zuversicht, dass es möglich ist, aktiv für eine andere Welt zu kämpfen und mit der Scham darüber, dass wir als Nachgeborene dies selbst im Vergleich zu wenig tun.

Dem für uns sehr denkwürdigen Abend Anfang 2011, als wir Genosse Heisel treffen konnten, widmete das Gießener Echo auf S. 6 seiner März-Ausgabe 2011 einen Beitrag. Der treffend überschriebene Artikel “Résistance statt Wehrmacht“, den Mathias Meyers zum Tod von Genosse Heisel in der jW veröffentlicht hat, sei zur Lektüre ebenso empfohlen wie das Interview mit ihm in der antifaschistischen Zeitschrift “Lotta”.

“Die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.” (Brecht)

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