Universität Siegen darf nicht für den Aufbau homophober Strukturen missbraucht werden

NRW-Hochschulministerin muss eingreifen:
Universität Siegen darf nicht für den Aufbau homophober Strukturen missbraucht werden
08. Mai 2012 Presseerklärung von Landesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE.queer

Zum heute bekannt gewordenen Versuch des Siegener Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Jürgen Bellers, unter Nutzung der ihm mit seinem Lehrstuhl an der Universität Siegen zur Verfügung gestellten Strukturen eine homophobe Organisation aufzubauen, erklären der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE.queer, Frank Laubenburg, und der offen schwule Landeslistenkandidat der LINKEN, Jasper Prigge:

Die nordrhein-westfälische Hochschulministerin Svenja Schulze ist gefordert: Sie muss verhindern, dass die Strukturen der Universität Siegen von Prof. Dr. Jürgen Bellers weiterhin dazu genutzt werden können, seine homophobe Organisaton „Tradition international“ aufzubauen.

Bellers wirbt unter Angabe seiner Lehrstuhlanschrift und seiner dienstlichen E-Mail-Adresse für seine Organisation, die unter anderem „durch Mailaktionen an die, die Menschenrechte mißachten, z.B. gegenwärtig der Berliner Senat, der im Unterricht auch homosexuelle Beziehungen als mögliche Partnerschaftsformen lehren will“, aktiv werden will.

Zur Freiheit der Lehre und Forschung gehört sicherlich auch, Schwachsinn ertragen zu müssen. Der Aufbau homophober Kampforganisationen gehört allerdings weder zum Lehr- noch zum Forschungsauftrag.

Von daher fordern wir NRW-Wissenschafts- und Forschungsministerin Svenja Schulze auf, Prof. Bellers unverzüglich zu untersagen, unter Angabe der Universitätsanschrift für seine Organisation zu werben und die Strukturen der Universität Siegen für seine Organisation zu nutzen.

Wir freuen uns zudem, dass Prof. Bellers mittlerweile das erste Treffen von „Tradition International“ nach eigenen Angaben abgesagt hat, „da das hier in Siegen nicht mehr möglich scheint” und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass an keinem Ort, nirgendwo, Homophobie gesellschaftsfähig bleibt oder wieder wird.

 

Eine Reaktion zu “Universität Siegen darf nicht für den Aufbau homophober Strukturen missbraucht werden”

  • Jann

    Hallo liebe Linke,

    schonmal überlegt, dass dies ein ironischer intellektueller Diskurs ist, – der das Gegenteil bewirken sollte? Es geht mitnichten um die Diskriminierung Homosexueller – es geht um die Diskussion. Leider kann man heute anders keine Aufmerksamkeit mehr erreichen als durch Provokation.

    Ihr seid doch sonst so aufgeschlossen und bedacht – als einzige intellektuelle Partei in diesem ganzen Haufen solltet doch grade ihr den Ansatz verstehen.

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