Universität = mehr als “volles Boot” und Mensa

AStA Uni Siegen

Die am 09.08.2011 vom WDR Studio Siegen auf seiner Nachrichten-Homepage (“Studenten kritisieren Wissenschaftsministerium”, Online unter: http://www.wdr.de/studio/siegen/index.html) berücksichtigte Stellungnahme des, von Jusos und Uni:Grün gestellten, AStA der Universität Siegen bezüglich des Beschlusses des SPD-geführten NRW-Wissenschaftsministeriums, “noch mehr Studenten an der Uni zuzulassen” ist vom Sprecher_innenrat des Siegener Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverbandes (SDS.DIE LINKE) mit Verwunderung aufgenommen worden. Zwar teilen wir prinzipiell die offenkundige Beobachtung, dass “die Uni [...] bereits jetzt schon überfüllt [sei]“, lehnen jedoch die vom AStA damit verbundene “Das Boot ist voll”-Haltung gegenüber den im Wintersemester 2011/12 zu erwartenden Studierenden ab. Das Menschenrecht auf Bildung ernst zu nehmen, würde in diesem Fall bedeuten, den objektiven Druck, den der Beschluss des Wissenschaftsministeriums auf die Universität Siegen ausübt, zu nutzen, um gemeinsam als AStA mit den anderen studentischen Vertretungen Verbesserungen in der Lehre für die jetzigen und zukünftigen Studierenden durchzusetzen. Diese notwendigen Verbesserungen decken sich gleichsam mit der Verbesserung der Stellung der lohnabhängig Beschäftigten an der Universität – im wissenschaftlichen wie im nichtwissenschaftlichen Segment. Die Stellungen der Beschäftigten hier gelten immer häufiger als prekär. So wären von studentischer Seite Kooperationspartner in der Jugend- und Auszubildendenvertretung, in den Personalräten und anderen Gremien zu suchen, um etwa Forderungen wie die nach der Umwandlung der zahlreichen befristeten Arbeitsverträge an der Hochschule in unbefristete Stellen oder nach der Ausschreibung von zusätzlichen Lehraufträgen in allen Fakultäten auf die Tagesordnung zu setzen. Der Verweis des AStAs, dass ausgerechnet die Mensa als Gastronomie-Betrieb der Uni für die zu erwartenden neuen Größenordnungen “nicht [...] geschaffen” sei, verdeutlicht zudem die etwas schief geratene Schwerpunktsetzung der Studierendenvertretung. Der SDS.DIE LINKE an der Universität Siegen ist bereit, seinen Beitrag für ein solches lager- und institutionenübergreifendes Projekt – im Sinne aller Studierenden – zu leisten.

Der Sprecher_innenrat des SDS.DIE LINKE Siegen

Eine Reaktion zu “Universität = mehr als “volles Boot” und Mensa”

  • Mark

    Hier die betreffende Meldung vom 09.08.2011:
    “Studenten kritisieren Wissenschaftsministerium (17:39 Uhr)

    Die Studierendenvertretung der Universität Siegen kritisiert den Beschluss, noch mehr Studenten an der Uni zuzulassen. Das Wissenschaftsministerium hatte gestern ein Maßnahmenpaket beschlossen, um nach der Aussetzung der Wehrpflicht mehr Studenten an den Universitäten aufnehmen zu können. Die Universität Siegen soll gut 270 zusätzliche Studienplätze schaffen. Der Allgemeine Studierendenausschuss sagte, die Uni sei bereits jetzt schon überfüllt. Die Hochschule und Einrichtungen wie zum Beispiel die Mensa seien nicht für diese Größenordnung geschaffen. Die Uni Siegen will hingegen die tägliche Vorlesungszeit verlängern.”
    Quelle: http://www.wdr.de/radio/home/nachrichten/suche.phtml, letzter Zugriff am 10.08.2011.

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